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Stand: 11.06.2020

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10.06.2020  
Wie aus einer Stützmauer ein vierstöckiges Hotel wurde
Die Betonküste erwies sich als eine schwere bulgarische Diagnose, dieeiner Handvoll Menschen zugutekommt, die danach streben die schönsten Küstenecken einzunehme

2020-05-51.jpgBefestigungsanlage am Strand von Alepu, die ein Projekt von dem Architekten Angel Zachariev ist. Zahariev ist der Ehemann der Vizepremierin und Außenministerin Ekaterina Zacharieva

2020-05-52.jpgTonnenweise tote Fische in Varna

Vyara Stefanova

Wegen der Covid-19-Pandemie erwarten die Hoteliers an der Schwarzmeerküste in diesem Jahr einen schlechten Sommer ohnegleichen. Zur gleichen Zeit aber, sobald die Saison startet, bilden sich an unserer Grenze zu Griechenland kilometerlange Autokolonnen, denn massenweise bevorzugen die Bulgaren einen Sommerurlaub im südlichen Nachbarland. Zwar verfügt Griechenland in der Tat über eine 40 Mal längere Meeresküste als Bulgarien. Der wahre Grund aber, weshalb bulgarische Touristen das einheimische Meer umgehen, ist nicht die Größe der Küsten, sondern deren unvernünftige Nutzung. Tourismus kann nicht betrieben werden, wenn die Gesetze nicht eingehalten werden und die Natur stiefmütterlich behandelt wird. Die Betonküste erwies sich als eine schwere bulgarische Diagnose, die einer Handvoll Menschen zugutekommt, die danach streben die schönsten Küstenecken einzunehmen.
Angesichts der neuen Umstände hofften die Hoteliers aufrichtig, dass in diesem Jahr die Bulgaren das Schwarze Meer für ihren Urlaub wählen würden. Doch ausgerechnet zu Beginn der Saison brach ein weiterer Skandal aus, verursacht durch das Betonieren des wunderschönen Strandes von Alepu nahe Sozopol an Bulgariens Südlicher Schwarzmeerküste. Alles fing damit an, dass in den sozialen Netzwerken Umweltaktivisten Fotos veröffentlichten, die zeigten, wie eine massiv gebaute Konstruktion mit dem Aussehen eines künftigen vierstöckigen terrassenförmigen Hotels an dem Sandstreifen nagt. Das Absurde ist, dass Beamte der Gemeinde Sozopol und der Regionaldirektion für Baukontrolle nach wie vor darauf beharren, dass am Strand einzig ein Erdrutsch befestigt werde. Umweltschützer behaupten, dass in Wirklichkeit der Erdrutsch absichtlich aktiviert worden sei, nämlich durch Bohrungen und durch das Auffüllen der Bohrlöcher mit Wasser, um den Einzug von Baggern und Beton zu begründen und anschließend das Investitionsprojekt zu entfalten.

Die Behauptungen der Institutionen

Der vierstöckige Betonbau, der am Strand von Alepu errichtet wird, sei kein Gebäude, sondern eine Befestigungsanlage, so die Feststellung nach einer Überprüfung, durchgeführt von der Regionaldirektion Burgas der Direktion für nationale Baukontrolle (DNSK). Der Bau eines Feriendorfes, hartnäckig als „Befestigung“ bezeichnet, wurde am 14. Februar 2019 von der DNSK wegen Verdachts auf Verstöße gestoppt. Doch auch danach wurden die Arbeiten offensichtlich fortgeführt und sind wesentlich vorangekommen. Vor dem Hintergrund der Fotos von Alepu, die die sozialen Netzwerke überfluten, klingen die Appelle von Tourismusministerin Nikolina Angelkova „Bulgarien ist alles. Bulgarien für den Urlaub wählen, ist eine äußerst wichtige Sache!“ wie eine wahre Anti-Utopie in Aktion.

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