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Nachrichten

11.11.2020  
Bulgarien im Griff des Coronavirus
Die Krise brachte „die Defizite des Gesundheitssystems“ ans Licht
10_2020-3.jpg

Sieben Monate nach Ausbruch der Pandemie hat Bulgarien EU-weit die rote Laterne inne hinsichtlich der Anzahl der durchgeführten Tests pro 100 000 Einwohner. Hierzulande machte man per 25. Oktober 746 Tests pro 100 000 Einwohner. Nur noch Estland, Ungarn und Polen machen weniger als 1000 Tests. In Dänemark sind es 5749 Tests pro 100 000 Einwohner, in Schweden – von dem wir ja so schwärmen – 1610. In keinem anderen Land beträgt der zu zahlende Test 20 Prozent des Mindestlohns. Theoretisch gibt es hierzulande drei Wege kostenlos auf Covid-19 getestet zu werden. In der Praxis sind alle drei fast unmöglich umzusetzen. Die Ausstellung von einer Überweisung durch einen Facharzt geschieht selten, da Kranke, die die Symptome des Coronavirus aufweisen, eigentlich es zu keinem Facharzt schaffen können. Auch wenn sie es schaffen, hat er keine Zeit für Einzelheiten – heutzutage kann solch eine Untersuchung buchstäblich eine Minute dauern. Das Gesundheitsamt (RZI) orndet Testungen vorwiegend bei größeren Covid-19-Herden an. Andernfalls müsste man selbst in die Klinik. Davor muss man mindestens zwei Stunden mit anderen Erkrankten anstehen, bis man das benötigte Dokument bekommen hat.

Vyara Stefanova

Keine Organisation, keine Regeln. So lässt sich die Situation in Bulgarien im Hinblick auf die Coronavirus-Pandemie knapp beschreiben. Die Sommermonate, in denen die Infektionsraten niedrig waren, wurden nicht zur Stärkung des Gesundheitssystems und zur Umverteilung der Arbeitsbelastung genutzt. Manche Krankenhäuser sind von dem Andrang an Covid-19-Patienten überbelastet, und andere...nehmen gar keine Patienten auf.
Die Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft stehen kurz vor dem „unvermeidlichen Zerfall“, gab die Vereinigung der Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft bekannt, laut der die Anordnung des Gesundheitsministers zur Eröffnung von Covid-Stationen in jeder Gesundheitseinrichtung ein „Nonsens“ ist.
„Es kann an Betten mangeln sowie an Personal. Was aber schlimmer ist, ist, dass uns das System fehlt. Das ist doch die Grundlage! Auch wenn man, die anderen beiden Sachen organisiert, kann man trotzdem nicht weiterkommen! Solch eine Situation höherer Gewalt wie die Pandemie hat einfach die Wahrheit ans Licht gebracht!“, kommentierte in einem Bericht des Fernsehsenders BNT der junge Arzt Dr. Lundt vom Zentrum für medizinische Notfallversorgung in Sofia, während er versuchte einen Covid-19-Patienten von ihm in einem hauptstädtischen Krankenhaus unterzubringen. Das kostete ihn über eine Stunde, weil der Erkrankte seinen positiven Coronavirus-Test nicht in Papierform hatte. So endete der letzte Dienst von Dr. Lundt, der nach Deutschland auswanderte, um dort seinem Beruf zu nachzugehen.
Ein paar Stunden nach der Ausstrahlung des Berichts ordnete Ministerpräsident Boyko Borisov an, dass die Gehälter von 18 000 Ärzten, 20 000 Krankenschwestern und 12 Sanitätern um jeweils 600, 360 und 120 Lewa angehoben werden.
Ihrerseits bestanden die Ärzte, die das Gefühl hatten, die Kontrolle über die Situation zu verlieren, darauf, dass alles, was geschlossen werden konnte, geschlossen wird, weil die Katastrophe nicht mehr einfach näher rückte, sondern sich bereits ereignet hatte. Dennoch konnten ihre Folgen immer noch begrenzt werden.
Die Antwort von Ministerpräsident Boyko Borisov auf ihre Aufrufe war, dass nichts geschlossen werde, sondern flexible Maßnahmen ergriffen würden. Den Überlebenden stellte er einen Bonus in Höhe von 600 Lewa in Aussicht.

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