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Wecheselkurse der Balkanwahrungen

Stand: 13.11.2020

Staat
108.843 122.470
1.72109 1,95583
6.40931 7.55903
51.7510 61.0343
4.12191 4,86131
99,4136 117,247
25,5409 30,1260
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Wirtschaft

11.11.2020  
Zuerst hieß es „Turk Stream“, dann wurde es zu „Balkan Stream“. Zum Schluss entpuppte sich das Projekt als eine russische Pipeline 
 

Ivan Bedrov
Nikolay Lavchiev*

Der bulgarische Staat stellt nahezu drei Mrd. Lewa zur Verfügung, womit der Bau einer Pipeline bezahlt wird, über die das russische Unternehmen Gazprom russisches Gas nach Europa exportieren wird. Während diese Nutzen für Russland in absehbarer Zukunft zu erwarten sind, fließt jetzt schon ein Großteil des ausgegebenen Geldes nach Moskau zurück.
Der Hauptauftragnehmer für die Bauarbeiten, das saudische Unternehmen Arkad, wird von russischen Staatsangehörigen geleitet, die vorwiegend russische Firmen als Subunternehmer wählten. Die Leitungen sind ebenfalls „made in Russia“, und viele der an der Route Mitwirkenden erwiesen sich als russische Staatsangehörige.
Es geht aber weiter - 90 Prozent der Kapazitäten der künftigen Gas-Pipeline wurden bereits für die kommenden 20 Jahre von Tochterunternehmen von Gazprom und der Schweizer MET reserviert, wie Bulgartransgaz bereits am Anfang des Jahres mitteilte.
Und über etwaige künftige Gewinne Bulgariens durch Transitgebühren kann erst nach der Erfüllung zweier Bedingungen gesprochen werden – nach Deckung der ursprünglichen Investition, die Sofia an die saudische Firma zahlt, und bei ausreichender Belastung der Route, was in den Sternen steht.
Als Ende Mai 2018 Boyko Borisov zum russischen Präsidenten Vladimir Putin nach Moskau reiste und beide bekannt gaben, dass die Pipeline durch Bulgarien verlaufen wird, nannte der Ministerpräsident das Projekt „Turk Stream“, wie alle anderen es ebenfalls taten. Später begann er den Begriff „Balkan Stream“ zu benutzen und korrigierte sogar Journalisten, wenn sie ihm eine Frage zu „Turk Stream“ stellten. Anfang 2020 teilte Borisov nach einem Treffen mit dem serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic freudig mit, dass auch Belgrad das Projekt „Balkan Stream“ nennen werde.
Im Sommer 2020 änderte Borisov auch diesen Namen und fing an das Projekt „bulgarische Gasinfrastruktur“ zu nennen. Alle Auslandspartner Bulgariens sprachen weiter über „den bulgarischen Teil von Turk Stream“.
Die USA kündigten Sanktionen gegen Unternehmen an, die zur Verwirklichung von „North stream“ und „Turk stream“ beitrugen. Washington betrachtet beide Vorhaben als geopolitische Instrumente, mit denen der Kreml Europa in Abhängigkeit vom russischen Gas hält.
Kurz vor Abschluss des Projekts scheint keine der bisher verwendeten Bezeichnungen zu stimmen. Es stellte sich heraus, dass das Projekt weder „Turk“ noch „Balkan Stream“ heißt, und der am besten passende Name „Russian Stream“ ist.

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